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Führung durch das Ernst May Haus, 24.10.2015

 

Bericht (Pressemitteilung)

Preisgünstig und schnell hochwertigen Wohnraum für viele schaffen – Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt 

Kronberg, 02.11.2015. Mit 25 Teilnehmern setzte der SPD Ortsverein am 24. Oktober 2015 seine Veranstaltungsreihe „Baukultur ist auch Kultur!“ mit einer Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt fort. In zwei Gruppen wurden die Gäste unter der sachkundigen und engagierten Führung zweier Architekten der Ernst May Gesellschaft durch das Ernst May Haus und die Siedlung in der Römerstadt geführt.

Dort setzte Ernst May sein ehrgeiziges Wohnungsbauprogramm um, mit dem er innerhalb  von fünf Jahren insgesamt 15.000 Wohnungen schuf. Dies wurde möglich durch einen industrialisierten Serienbau, mit dem es gelang, ein Einfamilienhaus mit 18 Bauarbeitern innerhalb von zwei Tagen zu bauen. Dazu wurden vorab gefertigte, standardisierte Teile genutzt, was erhebliche Kostensenkungen mit sich brachte. Da Ernst May zugleich einen hohen ästhetischen Anspruch verfolgte, fand dieses Projekt weltweit Beachtung und gilt noch heute als vorbildhaft.

Ernst Mays in Planung und Umsetzung insgesamt auf zehn Jahre angelegte Wohnungsbauprogramm „Neues Frankfurt“ war jedoch nicht nur eine architektonische Herausforderung, sondern ein gesellschaftspolitisches Projekt. Es sollte erschwinglichen Wohnraum schaffen, ohne Abstriche bei der Qualität des Wohnens. Noch heute beeindruckt die geschlossene und harmonische Quartiersplanung mit ihren vielen grünen Freiräumen und schön gestalteten Eingängen. Die Räume in den Ein- und Zweifamilienhäusern sind sparsam, aber klug mit viel Licht und Liebe zum Detail für die Bewohner konzipiert worden.

Nach Ansicht der SPD kann dieses Stadtplanungs- und Architekturmodell der 1920er Jahre auch heute noch wichtige Hinweise für eine Quartiersbildung mit bezahlbaren Wohnraum geben – dies umso mehr, als jetzt vor dem Hintergrund der bereits vorhandenen Engpässe auf dem Wohnungsmarkt in der Rhein-Main Region dringend schnell und nachhaltig günstiger Wohnraum geschaffen werden müsse. Das Konzept des Frankfurter Stadtbaurats Ernst May leitete denn auch über in eine engagierte Diskussion unter den Teilnehmern beim anschließenden Ausklang im Gasthaus zum Weinberg in der Kronberger Altstadt.

Thomas Kämpfer und Andrea Poerschke für den Vorstand der SPD Kronberg

Einladung und Pressemitteilung

Ressourcenschonendes Bauen gestern und heute – Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt 

Kronberg, 30.09.2015. Der Ortsverein der SPD Kronberg setzt seine Veranstaltungsreihe „Baukultur ist auch Kultur!“ mit einer Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt fort. Der Architekt und Stadtplaner Ernst May initiierte als Siedlungsdezernent der Stadt Frankfurt zwischen 1925 und 1930 das Wohnungsbauprogramm „Neues Frankfurt“.

Die Führung findet statt am Samstag, den 24. Oktober 2015 und beginnt pünktlich um 16.00 Uhr im Ernst May Haus, Im Burgfeld 136, in 60439 Frankfurt. Der Ausklang in geselliger Runde mit der Gelegenheit, die aktuellen Themen der Stadtentwicklung in Kronberg zu diskutieren, findet dieses Mal in der Gaststätte „Zum Weinberg“, Steinstraße 13 in Kronberg statt. Für die Führung wird ein Teilnahmebeitrag von 4 € pro Person erhoben, der vor Ort zu zahlen ist. Anmeldungen zur Führung bitte per Email an andrea.poerschke(at)t-online.de oder telefonisch unter 321474. Die Anmeldung ist bis zum 20. Oktober möglich.

Ernst May sah in der Planung und Umsetzung des auf zehn Jahre angelegten Wohnungsbauprogramms „Neues Frankfurt“ nicht nur eine architektonische Aufgabe, sondern ein gesellschaftspolitisches Projekt. Zusammen mit dem Architekten Martin Elsaesser und einem Stab von fünfzig weiteren Architekten und Designern der Avantgarde suchte May nach Wohn- und Siedlungskonzepten, die nicht nur erschwinglichen Wohnraum schaffen, sondern auch die sozialen und hygienischen Probleme des herkömmlichen Wohnungsbaus vermeiden sollten. Dabei konnte er sich auf eine breite Koalition im Frankfurter Stadtrat stützen.

Um seinem ästhetischen Anspruch auch in der Umsetzung gerecht werden zu können, engagierte Ernst May spezialisierte Gestalter aus den Disziplinen Architektur, Industriedesign und Grafik. Darunter war etwa die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky, die die Frankfurter Küche und damit die Vorläuferin der heutigen Einbauküchen entwickelte. Dazu gehörten auch Ferdinand Kramer, der Möbel, Öfen und den berühmten Türbeschlag entwarf und der Jenaer Grafiker Walter Dexel, der für das visuelle Erscheinungsbild verantwortlich war. Alle einzelnen Produkte wurden im „Frankfurter Register“ zusammengefasst und über das Projekt hinaus beworben.

„Die SPD will in Kronberg eine Stadtplanung und Architektur fördern, die ein ressourcen-schonendes und kostengünstiges Bauen erlaubt. Dabei ist es uns wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum in hoher Qualität entsteht“, sagt Andrea Poerschke, stellvertretende Vorsitzende des SPD Ortsvereins. „Wir wollen uns von dieser Führung anregen lassen und anschließend mit den Teilnehmern diskutieren, welche Kriterien und Aspekte heute wichtig sind, um diese Zielvorstellungen in Kronberg verwirklichen zu können.“

Thomas Kämpfer und Andrea Poerschke für den Vorstand der SPD Kronberg.