Starkregen: Begrünte Flächen und Zisternen können die Folgen mindern

Veröffentlicht am 13.08.2022 in Kommunalpolitik

SPD plädiert für eine städtische Förderung von Zisternen und Gründächern

 

In der Zisternensatzung der Stadt Kronberg – in der Fassung der 2. Änderung vom 22. Juli 2005 - ist festgehalten, dass bei der Bauausführung, sofern ein Gebäude oder Gebäudeteile mit mehr als 30 qm Grundfläche errichtet werden, eine Regenwasser-Nutzungsanlage nach Maßgabe dieser Satzung vorhanden sein muss. Doch wird danach auch gehandelt?

„Aufgrund der für alle spürbaren Folgen des Klimawandels ist diese Satzung nach unserer Auffassung dringend anzupassen und eine Förderung für den Einbau einer Zisterne bei Bestandsgebäuden oder die Anlegung von Gründächern aufzunehmen“, fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende SPD Wolfgang Haas. „Wir hoffen, dass der Magistrat selbst die Initiative ergreift, ansonsten werden wir einen entsprechenden Antrag in der Stadtverordnetenversammlung stellen“, so Haas weiter.

 

Ganzheitliches Wassermanagement erforderlich

 

Immer mehr Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen gehen dazu über, eine unterirdische Zisterne als Speicher für Regenwasser im Garten einzubauen. Bei der Größe der Zisterne sollte darauf geachtet werden, diese an die Größe der Dachfläche und damit an die zu erwartende Wassermenge anzupassen. In Zeiten ohne Regen kann das Wasser aus der Zisterne mit Hilfe einer Pumpe zur Bewässerung des Gartens Verwendung finden. So hält man die Bepflanzung grün und spart kostbares Trinkwasser.
Aber auch die Versickerung des Niederschlagswassers auf dem Grundstück ist ein Beitrag zur Klimaanpassung. Im Gegensatz zum Wasserspeicher in der Zisterne und der Verwendung als Gießwasser dient das versickernde Wasser der Stabilisierung der Grundwasservorräte. Auf großen Grundstücken werden hierfür häufig Mulden-Rigolen-Systeme verwendet. Dies ist in Kronberg besonders sinnvoll, da der Boden hier das Versickern erschwert. Eine große Mulde nimmt hierfür zunächst Regenwasser auf und gibt dieses langsam an ein unterhalb im Boden liegendes Auffangbecken, die Rigole, ab. Hierbei handelt es sich um eine Art Tunnel oder eine Kies-/Schottermischung, die Wasser schnell aufnehmen und anschließend in tiefere Bodenschichten versickern lässt.

 

Dachbegrünung hat einen besonderen Stellenwert

 

Dachbegrünungen können Regenwasser im Bodensubstrat speichern. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, bei Flachdächern auf der gesamten Fläche sogenannte Retentionselemente einzubauen. Diese bestehen aus vielen nebeneinander liegenden kleinen Becken unter dem Substrat und dem Filtervlies. Sie halten eine bestimmte Menge Wasser vor dem Abfließen in die Kanalisation zurück. Je nach Ausführung kann ein begrüntes Flachdach so bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter speichern. Erst wenn bei starkem Regen beide Speicher, also sowohl das Bodensubstrat als auch die Retentionselemente gefüllt sind, läuft das überschüssige Regenwasser ab. Dies geschieht jedoch mit längerem Zeitabstand, wodurch die Kanalisation während des Regens entlastet wird. Extensive Begrünungen sind sowohl auf flachen wie auch geneigten Dächern möglich. Die Höhe des Schichtaufbaues beträgt etwa 5-15 Zentimeter, das Gewicht etwa 50-170 kg/m2. „Wir sind überzeugt, dass auch hier eine Förderung so manches Garagen- oder Hallendach kurzfristig zum Erblühen bringen könnte“, schätzt Hans Robert Philippi, Sprecher der SPD im Ausschuss für Stadtentwicklung, die Chancen einer entsprechenden Initiative ein.

Der Klimawandel mit Trockenheit, Starkregen und Unwettern erfordert unser gemeinsames Handeln. Dies untermauert der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und stellvertretende Kronberger Ortsvorsteher Thomas Kämpfer: „Das Kronberger Trinkwasser wird im Normalfall in der Hauptsache aus mehreren Stollen und Tiefbrunnen gewonnen, die sich oberhalb der Stadt im Kronberger Stadtwald befinden. Wir sind also darauf angewiesen, dass es an unserem Hausberg, dem Altkönig, immer genug regnet, damit sich diese Stollen und Tiefbrunnen wieder füllen können. Zumeist passte das auch, aber seit einigen Jahren regnet es einfach immer weniger und dadurch reicht das Wasser nicht mehr“.

Und Thomas Kämpfer sieht auch die politischen Konsequenzen der Trinkwasserknappheit: „Das Thema Wasser ist ein Beispiel für die Solidarität von arm und reich in unserer Gesellschaft. In Kronberg ist dieser Gegensatz besonders ausgeprägt. Es wird deshalb auch darauf ankommen, ob die etwas besser Gestellten bereit sind, auf mehr zu verzichten als diejenigen, die ohnehin schon nicht viel haben und die jetzt aufgrund der Preissteigerungen in allen Bereichen besonders von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Wir alle brauchen Wasser als Lebensgrundlage. Wasser ist kein Statussymbol für Reichtum oder Armut und darf es auch niemals werden“.

 

Für die SPD-Fraktion                                               Für den Vorstand des

in der Stadtverordnetenversammlung                 SPD-Ortsvereins Kronberg

gez. Wolfgang Haas                                                gez. Thomas Kämpfer

Fraktionsvorsitzender                                             Ortsvereinsvorsitzender

 

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