Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt
Kronberg, 30.09.2015. Der Ortsverein der SPD Kronberg setzt seine Veranstaltungsreihe „Baukultur ist auch Kultur!“ mit einer Führung durch das Ernst May Haus in Frankfurt fort. Der Architekt und Stadtplaner Ernst May initiierte als Siedlungsdezernent der Stadt Frankfurt zwischen 1925 und 1930 das Wohnungsbauprogramm „Neues Frankfurt“.
Die Führung findet statt am Samstag, den 24. Oktober 2015 und beginnt pünktlich um 16.00 Uhr im Ernst May Haus, Im Burgfeld 136, in 60439 Frankfurt. Der Ausklang in geselliger Runde mit der Gelegenheit, die aktuellen Themen der Stadtentwicklung in Kronberg zu diskutieren, findet dieses Mal in der Gaststätte „Zum Weinberg“, Steinstraße 13 in Kronberg statt. Für die Führung wird ein Teilnahmebeitrag von 4 € pro Person erhoben, der vor Ort zu zahlen ist. Anmeldungen zur Führung bitte per Email an andrea.poerschke@t-online.de oder telefonisch unter 321474. Die Anmeldung ist bis zum 20. Oktober möglich.
Ernst May sah in der Planung und Umsetzung des auf zehn Jahre angelegten Wohnungsbauprogramms „Neues Frankfurt“ nicht nur eine architektonische Aufgabe, sondern ein gesellschaftspolitisches Projekt. Zusammen mit dem Architekten Martin Elsaesser und einem Stab von fünfzig weiteren Architekten und Designern der Avantgarde suchte May nach Wohn- und Siedlungskonzepten, die nicht nur erschwinglichen Wohnraum schaffen, sondern auch die sozialen und hygienischen Probleme des herkömmlichen Wohnungsbaus vermeiden sollten. Dabei konnte er sich auf eine breite Koalition im Frankfurter Stadtrat stützen.
Um seinem ästhetischen Anspruch auch in der Umsetzung gerecht werden zu können, engagierte Ernst May spezialisierte Gestalter aus den Disziplinen Architektur, Industriedesign und Grafik. Darunter war etwa die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky, die die Frankfurter Küche und damit die Vorläuferin der heutigen Einbauküchen entwickelte. Dazu gehörten auch Ferdinand Kramer, der Möbel, Öfen und den berühmten Türbeschlag entwarf und der Jenaer Grafiker Walter Dexel, der für das visuelle Erscheinungsbild verantwortlich war. Alle einzelnen Produkte wurden im „Frankfurter Register“ zusammengefasst und über das Projekt hinaus beworben.
„Die SPD will in Kronberg eine Stadtplanung und Architektur fördern, die ein ressourcen-schonendes und kostengünstiges Bauen erlaubt. Dabei ist es uns wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum in hoher Qualität entsteht“, sagt Andrea Poerschke, stellvertretende Vorsitzende des SPD Ortsvereins. „Wir wollen uns von dieser Führung anregen lassen und anschließend mit den Teilnehmern diskutieren, welche Kriterien und Aspekte heute wichtig sind, um diese Zielvorstellungen in Kronberg verwirklichen zu können.“
Thomas Kämpfer und Andrea Poerschke für den Vorstand der SPD Kronberg.