KfB = Kronberg (nur) für die (wohlhabenden) Bürger.

Veröffentlicht am 17.11.2017 in Presse

Die KfB wendet sich erneut gegen die Schaffung bezahlbaren Wohnunraums (Kronberger
Bote 9. November 2017). Dabei schätzt sie Bebauung und Bevölkerungsstruktur der Stadt
falsch ein und empfiehlt Menschen, die sich die hohen Mieten oder gar ein Eigenheim nicht leisten können oder keine Wohnung finden: Sollen sie doch nach Frankfurt ziehen.

In Kronberg fehlen Wohnungen für Gering- und Normalverdiener. Um auch für die überwiegende
Mehrheit der Normalverdiener Wohnraum zu schaffen, hat die Koalition aus SPD, CDU und UBG
seit Jahrzehnten geplante Bauvorhaben vorangetrieben. Gebaut werden kann aber nur auf
städtischen Flächen, und die sind rar: Das Bahnhofsareal, das Gelände der SGO an der
Altkönigstraße und Teile des Grünen Weges. Damit sind die Möglichkeiten, günstige/bezahlbare/geförderte Wohnungen zu schaffen, begrenzt. Die KfB kann also gerne fordern, dass die Stadt
sich „auf wenige neue Stadtentwicklungsgebiete beschränken soll“ – die Beschränkung ist eine
Tatsache.

Mehrfamilienhäuser sind ökologischer als Einfamilienhäuser.

Die KfB spricht sich gegen Mehrfamilienhäuser aus. Für eine Bebauung in eine (dem Stadtbild
angemessene) Höhe spricht:
- auf ein und derselben Grundfläche kann nicht nur eine Familie, sondern können mehrere
Familien und/oder Wohnparteien leben
- Für ein Mehrfamilienhaus müssen weniger Bäume gefällt und weniger Grünflächen geopfert
werden als für mehrere Einfamilienhäuser
- Die Bebauung z.B. im Talweg zeigt: Obstwiesen und Grünflächen verschwinden – für
Privatbauten für jeweils eine Familie
- Mehrfamilienhäuser können ökologisch nachhaltig gebaut werden: Mit dem nachwachsenden
Rohstoff Holz, der auch im verbauten Zustand klimafördernd wirkt
Das „grüne“ „Argument“ der KfB zieht nicht.
In Kronberg wird derzeit sehr viel gebaut: Ausschließlich Einfamilienhäuser von Privatbesitzern.
Bei Grundstückspreisen von 1.200 €/qm ist diese Variante nur für besonders Wohlhabende und
reiche Erben erschwinglich.

Kronberg soll eine Stadt für alle bleiben und nicht ein Rückzugsort für Wenige.

„Wer Urbanität sucht, der zieht nach Frankfurt.“ sagt ein KfB-Mitglied. Kronberg
ist eine Stadt und kein Dorf, in Kronberg gibt es viele Geschäfte und Unternehmen mit
Mitarbeitern. Es gibt mehr als 100 Vereine, die das Stadtleben prägen, aber Probleme haben,
Nachwuchs zu finden. Vor allem, weil junge Menschen und Normalverdiener kaum oder gar
keinen Wohnraum finden. Kronberg braucht das Gewerbe, nicht zuletzt für
Gewerbesteuereinnahmen (eine der wenigen Steuern, die eine Kommune überhaupt erheben
kann). Kronberg soll eine vielfältige Stadt für alle Schichten bleiben.
Die Miet- und Kaufpreise in Frankfurt scheint das KfB-Mitglied nicht zu kennen. In Frankfurt ist
Wohnraum so knapp wie in Kronberg und noch teurer. Wir verstehen die Aussage des KfB-Mitglieds so:
„Wer es sich nicht leisten kann, in Kronberg zu wohnen, soll eben woanders hinziehen.“
Die KfB ist eine Interessensvertretung für die wenigen sehr Wohlhabenden. Anscheinend wollen
einige von diesen unter sich bleiben, ohne die störende überwiegende Mehrheit der Normal-
Kronberger mit normalen Einkommen in normalen Wohnungen (oder dem Elternhaus).
Wir Sozialdemokraten setzen uns weiter mit ganzer Kraft für eine soziale Stadt für alle ein.

 

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