SPD bezieht Position zum Ensembleschutz der Wohnsiedlung „Roter Hang“

Kommunalpolitik

Nachdem das Wohngebiet Roter Hang seitens der Denkmalbehörde unter Ensembleschutz gestellt worden ist, gilt es Wege zu finden, die verschiedenen Interessen der Bewohner in Einklang zu bringen.
 

Die intelligente Flächennutzung und Anordnung der Bauten zueinander auf begrenztem Raum und in Hanglage am Stadtrand von Kronberg lässt eine Privatsphäre der Bewohner ebenso zu wie die Außenraumgestaltung mit ihren vielen  Wegen öffentliche Begegnungsstätten geschaffen hat.  Die in den 70er Jahren homogen wie sensibel gestaltete Architektur, des bekannten Architekturbüros Kramer in Zusammenarbeit mit dem weltweit bekannten Designer  der Fa. Braun  Dieter Rams , wirken heute noch,  trotz einiger baulicher Veränderung, wie aus einem Guss und entfalten in dieser Geschlossenheit ihre besondere Wirkung auf Bewohner und Besucher. Das Gebiet stellt insofern, ähnlich wie die Altstadt oder noch geschlossene Villengebiete aus dem 19. Jahrhundert, ein baukulturelles Erbe dar, das eine gewisse Einmaligkeit im Vordertaunus darstellt und Siedlungsgebieten wie z.B. der Ernst-May-Siedlung in Frankfurt vergleichbar ist.

Die SPD begrüßt daher die Entscheidung des Landesamt für Denkmalpflege die Siedlung unter En-sembleschutz gestellt zu haben. Aus Sicht der SPD ist es von besonderem Interesse neben einer Weiterentwicklung der Stadt auch den Schutz erhaltenswerter Bausubstanz nicht aus dem Auge zu verlieren.

„Wir wissen aber auch um die Schwierigkeiten, die mit dem Ensembleschutz einhergehen“, sagt Andrea Poerschke, Mitglied des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. „Wir wollen daher dafür sorgen, dass gemeinsam mit den Bewohnern des Wohngebiets Roter Hang erörtert wird, wie zukünftig mit Veränderungswünschen einzelner Bewohner und ggf. notwendiger energetischer Anpassungen verfahren werden kann“.

Nach Auffassung der SPD gilt es nun im nächsten Schritt durch Zusammenarbeit mit der Verwaltung, unter Mitwirkung und mit Beteiligung der Bewohner für die Siedlung eine Gestaltungs-und Erhaltungssatzung zu entwickeln, die den veränderten Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird und gleichzeitig die Unverwechselbarkeit und die Qualität der städtebaulichen Idee wie der Architektur  dieser Siedlung bewahren lässt. Zwar wird sich dies aufgrund der Vakanz der Stelle des Ersten Stadtrats und einer weiteren Fehlstelle im Planungsamt nicht sofort umsetzen lassen, doch sollte spätestens im neuen Jahr ein moderierter Workshop diesen notwendigen Prozess einleiten und zu einem tragfähigen Ergebnis führen. Dies auch deshalb, weil gerade in letzter Zeit  einzelne Bewohner  mit Beschwerden über Beeinträchtigungen  durch qualmende Kamine, Sichtbehinderungen durch Solarpaneele  - beides zur Unterstützung der  vorhandenen Nachtspeicheröfen -, auf die Stadt zu gekommen waren und   um Unterstützung gebeten haben.

Die SPD sieht sich auch aus diesem Grund verpflichtet,  im Dialog mit den Bürgern die Konflikte zwischen geänderten Nutzungsverhalten und Wunsch nach Erhalt des Ensembles mit praktischen Lö-sungen und zukunftsfähigen Konzepten, besonders im Bereich der Energieversorgung, zu lösen.
Dabei wird auch um Verständnis für die Besonderheit dieses Ortes und seiner Qualität zu werben sein.