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Kronberg Update November 2017

Alle für alle: Gemeinsam, bezahlbar wohnen.

Wohnprojekt „Am Cavallier Holstein“ in Mainz: Ein Vorbild für alternative Lebens- und Wohnkonzepte.

Der Tag fängt ja gut an, denkt sich Anja S., alleinerziehende Mutter der 5jährigen Emma. Emma wacht mit leichtem Fieber auf und kann auf keinen Fall in den Kindergarten. Dabei muss Anja S. heute Vormittag dringend zur Teambesprechung an ihren Arbeitsplatz.
Bestimmt hilft ihr ihre Nachbarin, Frau Müller, eine ältere Dame, die mit ihr gleichzeitig in das Wohnprojekt gezogen ist. Sie kennt ihre Tochter schon durch die Vorlesegruppe und durch den Spielplatz, der zum Quartier gehört.
Heute Mittag bei der Kochgruppe in der Gemeinschaftsküche, die regelmäßig montags stattfindet, dürfen die Beiden sicher dabei sein.

Eigentlich ist dieses Wohnprojekt mit seinen Angeboten ein Riesenglück für Anja S. und auch für die anderen Familien und Singles. Es gibt für die älteren Mitbewohner einen integrierten Pflegedienst, mit dem Gemeinschaftsraum ein Treffpunkt für Alle, den auch Vereine von außerhalb eifrig nutzen. Hier finden Bastel- und Koch-AGs statt, und der  Gartenverein diskutiert und entscheidet das Anlegen der Pflanzhochbeete in der Wohnanlage.
Die Gemeinschaft in ihrem Wohnprojekt funktioniert toll. Jeder hilft Jedem, es gibt jede Menge andere Kinder, die in dem autofreien Innenbereich der Anlage Radfahren lernen. Im Sommer treffen sich die älteren Menschen zum Kaffee auf der Terrasse vor der Küche und schauen zu.
Und zum Glück kann Anja S. sich diese kleine 3-Zimmer-Wohnung leisten, denn hier ist sie ihrem Arbeitsplatz nah und verliert keine Zeit, die ihr für ihre Tochter fehlen würde. Ohne Förderung wäre das allerdings nicht möglich. So zahlt sie für ihre Wohnung 7,00 € kalt pro Quadratmeter.

Kein Traum, sondern Realität.
Dass diese Szenerie kein Traum oder Wunschdenken ist, davon konnte sich die kleine Besuchergruppe, die am 10.10. der Einladung der SPD nach Mainz zu dem Wohnprojekt der Wohnbau Mainz „Am Cavallier Holstein“ gefolgt ist, persönlich überzeugen. Vertreten waren neben dem Magistratsmitglied der SPD, Hans-Willi Schmidt, Dr.Jörg Mehlhorn von den Grünen, der Erste Stadtrat Robert Siedler und Anwohner der Ludwig-Sauer-Straße, außerdem Helga Michaelis, Wolfgang Haas und Andrea Poerschke von der SPD.

Selbständig bleiben durch ein Leben in Gemeinschaft.

Das WIR steht hier bei diesem Wohnprojekt „Am Cavallier Holstein“ im Vordergrund.
Wer hierher gezogen ist, wählte bewußt dieses Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens – des Miteinander und Füreinanders –, wollte Gemeinschaft statt Einsamkeit im eigenen Haus, wollte Verbindungen mit vielen verschiedenen Menschen im täglichen Wohnumfeld.  Ein bunter Querschnitt über alle Altersgruppen und Familienkonstellationen hinweg lebt in dieser architektonisch äußerst ansprechenden Wohnanlage mit ihren drei kubisch geformten Baueinheiten und grünen Durchwegungen. Dabei ist es der Wohnbau Mainz unter Ausnutzung von Fördermitteln von Land und Bund sowie durch die Konzeptionierung, Planung, Ausschreibung und Bauleitung im eigenen Haus gelungen, die Baukosten mit 1470,00 € pro Quadratmeter unvergleichlich niedrig zu halten. Üblich sind zwischen 1900,00 und 2500,00 €.

50 % der Wohnungen sind geförderter Wohnraum, 70% der Bewohner sind Familien mit mittleren Einkommen wie Polizisten, Erzieher, etc. belegt. Aber auch Menschen mit Behinderung gehören hier zur Gemeinschaft dazu. Barrierefreie Wohnungsgrundrisse machen das möglich.

Natürlich, so berichtete der Architekt der Wohnbau Mainz, Herr Tilmann Weyel, Chef der Bauabteilung der Gruppe, gab es wie überall aus der Nachbarschaft Widerstände gegen die Wohnbebauung im Allgemeinen und gegen geförderten Wohnungsbau im Besonderen.

Heute sind die Gegner verstummt. Die attraktive neue Bebauung, die sich zur Bestandsbebauung hin mit ihrem Frei- und Spielgelände öffnet, zieht die Bewohner des gesamten Viertels ebenso an wie die soziale Infrastruktur, die sie ihnen bietet.
Am Ende waren alle Teilnehmer dieses Ausfluges rundum begeistert und überzeugt, dass dieses Konzept  auch für Kronberg eine begehrte Alternative zu den herkömmlichen Wohnkonzepten sein könnte. Die SPD wird sich in jedem Fall dafür einsetzen.

Pressemitteilung, 17.10.2017 / Andrea Poerschke