Header-Bild

Kronberg Update März 2017

Oberhöchstadt: Metzgerei baut Wohnungen für Mitarbeiter.

Ein Beleg für den Mangel an günstigem Wohnraum in Kronberg: Bezahlbarer Wohnraum
ist das Maß aller Dinge für eine lebendige und funktionsfähige Stadt.
Es kann wohl kaum ein besseres Beispiel geben, das den Zusammenhang zwischen
bezahlbarem, am Bedarf orientierten Wohnraum und einer funktionsfähigen Stadt so gut belegt
wie die aktuellen Pläne der Metzgerei Klein für die Ortsmitte Oberhöchstadts.
Die am 09.02. im Ortsbeirat Oberhöchstadt und am 14.02. im Ausschuss für Stadtentwicklung
vorgestellte Planung der Metzgerei Klein im Herzen Oberhöchstadts wird nicht nur den
wirtschaftlich-organisatorischen Notwendigkeiten und absehbaren Richtlinienänderungen in
diesem Fachbereich gerecht, sondern sie deckt mit dem Angebot an kleinen bis mittelgroßen
Wohnungen, die von dem renommierten Traditionsbetrieb subventioniert werden, auch den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.
„Ohne Wohnraum keine Mitarbeiter und ohne Mitarbeiter keine Metzgerei“ hieß es im
Klartext.
Schon seit längerem war dies für die Metzgerei Klein ein Engpass bei der Gewinnung von
Mitarbeitern, die bezahlbaren Wohnraum nur noch in weiter entfernten Wohnlagen fanden.
„Gutes Personal sucht dann lieber einen Arbeitsplatz in der Nähe des eigenen Wohnortes
und meidet die teuren Gemeinden wie beispielsweise Kronberg, Königstein oder auch Bad
Homburg.“
„Ohne Metzgerei kein funktionierender Einzelhandel, ohne Einzelhandel, kein lebendiger
Ortsteil Oberhöchstadt, so einfach ist die Logik“ beschreibt Andrea Poerschke als stellvertetende Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt für die SPD die Situation. „Und dieses Szenario lässt sich auf viele Handwerksbetriebe, kleinere Unternehmen und Büros, auf Verwaltungs-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen übertragen“.
Aus Sicht der SPD muss dieser Trend mit allen verfügbaren Mitteln gestoppt werden. Dazu gehört endlich ein Bekenntnis aller Parteien zu den notwendigen Schritten.
„Es ist in dieser mit großen Wald- und Wiesenflächen umgebenen Stadt mit eigenen großen
Parkflächen ein schierer 'Luxusgedanke' der Grünen, sich der Entwicklung eines
Wohnungsgebietes am Grünen Weg zu verschließen, das obendrein sehr gut an den ÖPNV
angebunden wäre. Eigentlich doch ein ökologischer Pluspunkt!?
"Die Stadt verfügt hier außerdem über eine Reihe von Grundstücken, die einen Einfluss auf
die Schaffung von Wohnraum im unteren Preissegment überhaupt erst möglich machen“ so
Wolfgang Haas für die SPD.
„Das Wohnraumproblem mit Gebäudeaufstockungen im Geschosswohnungsbau lösen zu wollen, wie es die KfB am liebsten sähe, ist angesichts der Anzahl an Wohnungen, die sich damit vielleicht schaffen ließen, ein Feigenblatt! Und auch bezahlbarer Wohnraum für Familien, wie es vorrangig von der CDU vorgetragen wird, löst nur einen Teil des Problems und schafft keine Vielfalt, wenn wir nicht Wohnraum bzw. auch andere Wohnformen für Alleinerziehende,
Alleinstehende, und zwar für jüngere Menschen wie auch Senioren, anbieten können. Es
gehen uns zudem in unserer Gemeinde Handwerker und Dienstleister verloren, die die
Gesellschaft für Versorgung, Betreuung oder Pflege benötigt, wenn wir nicht aktiv
gegensteuern.“ so Andrea Poerschke weiter.
Für die SPD haben daher bei der Vergabe der wenigen städtischen Grundstücke wie
beispielsweise an der Altkönigstraße, im Bahnhofsgebiet und am Grünen Weg die sozialen
Aspekte für ein vielfältiges gemeinschaftliches Miteinander in den Wohnquartieren absoluten
Vorrang.
Dazu gehören aus Sicht der SPD folgende Handlungsoptionen, die sie unter Berücksichtigung der bisherigen Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzeptes initiativ in die politische Debatte
einbringen wird: Die Zusammenarbeit mit genossenschaftlichen Bauträgern, das Sichern von
Belegungsrechten beim Geschosswohnungsbau, eine Vergabe der Wohnungsbaueinheiten
nach Konzeptverfahren, das Angebot von Flächen für Bauherrengemeinschaften und
gemeinschaftliche Wohnprojekte sowie eine hohe und dadurch nachhaltige
Architekturqualität.
Pressemitteilung vom 20.02.2017 / Andrea Poerschke, stellvertretende SPDOrtsvereinsvorsitzende
und Mitglied im ASU (Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt)